Sprotte

Sprotte

Die Sprotte wird in Norwegen traditionell an Weihnachten und Ostern in Kombination mit Eiern zum Frühstück gegessen. Die Sprotte unterscheidet sich vom normalen Hering durch die spitzen Kielschuppen am Bauch – diese sind wahrscheinlich der Grund, weshalb die Schweden sie als "skarpsill" ("scharfer Hering") bezeichnen. Sie ist reich an Omega-3 und Vitamin D und B12 und wird überwiegend in Konserven als Sardinen und Anchovis verkauft.

Art

Sprattus sprattus – Sprotte

Familie

Clupeidae – Familie der Heringe

Produkte

  • Ganzer Fisch (frisch, tiefgefroren und als Konserve)
  • Die Sprotte wird auch als Industriefisch für die Herstellung von Fischmehl und Fischöl verwendet.

Größe

Bis zu 19,5 cm lang und 54 g schwer

Verbreitung

Vom Schwarzen Meer bis zur Finnmark, in Küsten- und Fjordgebieten entlang der norwegischen Küste, jedoch selten nördlich von Helgeland. Die wichtigsten Gebiete sind die Ostsee, die Nordsee sowie Skagerrak und Kattegat.

Saison

August - Januar

Nahrung

Zooplankton

Namen in anderen Sprachen

Latein: Sprattus sprattus
Norwegisch: Brisling
Französisch: Sprat, esprot
Deutsch: Sprotte
Dänisch: Brisling
Spanisch: Espadin
Finnisch: Kilohaili
Griechisch: Sardella
Italienisch: Papalina
Isländisch: Brislingur
Niederländisch: Sprot
Portugiesisch: Espadilha
Polnisch: Szprot
Schwedisch: Skarpsill
Türkisch: çaça- platika
Serbokroatisch: Papalina

Nährstoffgehalt je 100 g rohe Sprotte (verzehrbarer Anteil)

Energie:

862 kJ / 208 kcal

Nährstoffe:

Eiweiß: 12,4 g
Fett: 17,6 g
Gesättigte Fettsäuren: 4,4 g
Ungesättigte trans-Fettsäuren: 0 g
Einfach ungesättigte cis-Fettsäuren: 6,8 g
Mehrfach ungesättigte cis-Fettsäuren: 4,1 g
Omega-3-Fettsäuren: 4,1 g
Cholesterin: 57 mg

Vitamine:

Vitamin A: 150 RAE
Vitamin B12: 7 µg
Vitamin D: 18,7 µg
Folat: 9 µg
Riboflavin: 0,15 mg

Mineralstoffe:

Eisen: 0,8 mg
Selen: 10 µg

Mehr Informationen zum Nährstoffgehalt finden Sie (auf Englisch) unter

www.nifes.no/en/prosjekt/seafood-data

Quelle:

http://www.matvaretabellen.no/fisk-og-skalldyr-g4/brisling-raa-04.003

Biologie

Die Sprotte ist ein pelagischer, schwarmbildender Fisch, der in offenen Gewässern lebt. Sie hat Ähnlichkeit mit einem kleinen Hering, unterscheidet sich von diesem jedoch vor allem durch die Schuppen am Bauch, die einen scharfen Grat bilden. Der Rücken ist grünlich gefärbt, der restliche Körper silbrig. Die Sprotte lebt an der Wasseroberfläche und bis zu einer Tiefe von 1000 m. Bei Nacht, wenn es dunkel ist, wandert sie an die Oberfläche, und im Sommer, wenn es hell ist, bleibt sie hoch oben in der Wassersäule, häufig nahe an der Oberfläche. Die Sprotte wird bis zu 19,5 cm lang und 54 g schwer und selten älter als 5 Jahre alt. In norwegischen Gewässern gibt es zwei Bestände: die Meeressprotte, die in der Nordsee/im Skagerrak und Kattegat weit verbreitet ist, und die Küsten- und Fjordsprotte.

Die wichtigsten Laichgebiete in norwegischen Gewässern liegen im östlichen Teil der Skagerrak-Küste und im Oslo-Fjord, gelaicht wird aber auch in anderen Fjorden. Die Laichperiode erstreckt sich von Februar bis Juli. Während dieser langen Zeit laicht sie in mehreren Runden, alle 2 - 3 Monate. Ihre Eier legt sie pelagisch nahe der Oberfläche ab, und die Eier und Larven treiben mit der Meeresströmung in die Wachstums- und Nahrungsgebiete. Die Sprotte wächst sehr schnell und wird im Alter von 1 - 2 Jahren geschlechtsreif. Im ersten Herbst kann sie bereits 9 - 10 cm lang sein. Sie ernährt sich von Zooplankton und ist selbst eine wichtige Nahrungsquelle für andere Fischarten.

Fischfang

Die Sprottenfischerei findet im Januar sowie August - September statt. Der Fang wird für mindestens 3 Tage in "Fallen" oder Zugnetzen aufbewahrt, damit sich der Darm entleert, bevor die Fische an die Fabriken geliefert werden. Die Fanggebiete sind in der Nordsee, im Skagerrak und in norwegischen Küstengebieten und Fjorden. Als Fanggeräte werden meist Ringwaden, aber auch industrielle Schleppnetze eingesetzt.

Nachhaltigkeit

Fangregulierungen für die Nordsee-Sprotte sind bislang aus Überlegungen zum Nordsee-Hering (Vorschriften für maximale Durchmischung, Beifangquoten etc.) erfolgt. Lizenzen und Vorschriften (zur Regelung der Sprottenfischerei) bestimmen und regulieren, ob und in welchen Gebieten und Zonen gefischt werden darf. Laut ICES ist der Sprottenbestand in der Nordsee nicht gefährdet.

Das Management der Sprotten östlich von Lindesnes an der Südspitze Norwegens erfolgt über eine Quotenvereinbarung mit der EU (Skagerrak-Vertrag). Die norwegische Küstenfischerei auf Sprotten westlich von Lindesnes unterliegt keiner Quotenregelung. Die jährliche Fangmenge wird zwischen dem norwegischen Heringsverkaufsverband und der Konservenindustrie vereinbart. Für den Sprottenbestand entlang der Küste und in den Fjorden gibt es keine Schätzungen.

Lebensmittelsicherheit/Qualitätskontrolle

Die norwegische Fischereibranche unterliegt strengen Auflagen zur Sicherstellung der Lebensmittelsicherheit. Das Kontrollsystem umfasst mehrere Behörden und Einrichtungen, die gemeinsam die Erfüllung der Auflagen in allen Stadien der Produktionskette prüfen und beobachten. Die Lebensmittelaufsicht erfolgt durch die norwegische Behörde für Lebensmittelsicherheit, das norwegische Nationale Institut für Fisch- und Ernährungsforschung (NIFES), das norwegische Fischereidirektorat und das norwegische Ministerium für Handel, Industrie und Fischereien.

Nährwertangaben

Die Sprotte ist ein fetter Fisch und besonders reich an:

  • Proteinen: Diese sind wichtig für den Aufbau und Erhalt aller Zellen im Körper.
  • Marinen Omega-3-Fettsäuren, die Herz- und Gefäßkrankheiten vorbeugen und für die Entwicklung des Gehirns wichtig sind.
  • Vitamin D, das für einen ausgewogenen Calciumhaushalt im Körper sorgt und zur Kräftigung der Knochen beiträgt.

Verwendungen

Die Sprotte ist ein wichtiger Rohstoff für die Industrie, wo sie unter anderem für die Produktion von Anchovis verwendet wird. In Norwegen werden Sprotten in der Dose als Brotbelag unter den Bezeichnungen "sardin" (Sardinen) und "ansjos" (Anchovis) verkauft. Frische Sprotten können gebacken und gegrillt werden.

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