Wie Lachs zum Sushi-Star wurde

Wie Lachs zum Sushi-Star wurde

Das Beste aus zwei Welten: Wie norwegischer Lachs zum Sushi-Star wurde.

Sushi mit Lachs? Als selbstverständlich möchte man heutzutage diese weltbekannte Delikatesse achselzuckend bewerten. Dass es alles andere ist als das, erzählt uns diese weitgehend unbekannte Geschichte von Zufällen, Umständen und Entschlossenheit. Der Reihe nach.

Japan: vom Exporteur zum Importeur.
Japanese chef

Bis Anfang der 1970er Jahre hat Japan nicht ein Gramm Fisch importiert, und Lachs war als Sushifisch gänzlich unbekannt. Andere Arten wurden für die Rohfischdelikatesse verwendet. Die heimische Produktion und der überdurchschnittlich hohe Konsum von Meeresfrüchten waren praktisch ausgeglichen. Es wurde sogar noch exportiert. Im Laufe der Jahre änderte sich dieses Verhältnis dramatisch. Überfischung in eigenen Gewässern oder Fangverbote in fremden Fischereizonen sorgten bis Mitte der 90er Jahre dafür, dass nur noch 50% des Bedarfs selbst gedeckt werden konnte. Neue Anbieter mussten her.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort: die Norweger.

Schon 1974 reiste eine Parlamentsdelegation aus Norwegen nach Japan. Ihr Ziel war es, Freundschaft und Handel zwischen beiden Völkern zu erweitern. Mit dabei auch Thor Listau vom norwegischen Schifffahrts- und Fischerei-Ausschuss. Auf dieser Reise kam erstmals die Idee auf, den Japanern Fisch zu verkaufen. Was vorher undenkbar schien, nahm nun seinen Lauf. 1985 gründete Listau sogar die Regierungs-Initiative „Project Japan“ für diesen immer wichtigeren ostasiatischen Markt. Schon 1991 war der Export auf 1,8 Milliarden Norwegische Kronen angewachsen.

Aus dem Nichts nach ganz oben: Sushi mit Lachs.
Sushi mit lachs

Das hatte auch eine tiefgreifende Wirkung auf die kulinarischen Gewohnheiten in Nippon. Japaner waren es zuvor nicht gewohnt, rohen Lachs zu verzehren. Thunfisch und Dorade waren die unangefochtenen Favoriten für Sushi oder Sashimi. Einheimische Thunfisch-Händler versuchten protektionistisch alles, damit sich daran auch ja nichts änderte. Aber die Norweger ließen nicht locker, kämpften, warben und überzeugten mit Qualität. Roher Lachs auf etwas Reis ist vielleicht die erfolgreichste Exportgeschichte Norwegens, sagt man heute. Denn inzwischen ist Lachs bei jungen Japanern der beliebteste Sushifisch und gewinnt auch in China, Hong Kong oder Singapur immer mehr an kulinarischer Bedeutung.